"Kumm Rin" in die Kneipe
Sauerlandkurier 04.01.2012

 
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Mit der Eröffnung des Vereinslokals in der Schützenhalle begann am Neujahrstag eine neue Ära in Marmecke. Schützen-Vorsitzender Rüdiger Henrichs (r.) übergibt den Schlüssel an die neuen Pächter Sabine Jaspers und Peter Heinemann.
Foto: Dieter Dörrenbach


"Die kleine Kneipe in unserer Straße, da wo das Leben noch lebenswert ist." Peter Alexander fand vor vielen Jahren in seinem Lied von der "Kleinen Kneipe" die richten Worte. In Marmecke hatte man 44 Jahre eine Gastwirtschaft, die Ende des Jahres geschlossen wurde. 

Zunächst führte 26 Jahres lang Gerhard "Molly" Reichling die Kneipe, dann übernahm sie Peter Heinemann und Günter Jürgens unter dem Namen "Kumm Rin". Diese Ära sollte nicht sterben und so suchte man nach geeigneten Lösungen für die knapp 400 Einwohner. Ohne eine Versammlungsstätte und Kommunikationszentrale sollte der Ort nicht bleiben.

Der Schüztenvorstand wurde beauftragt und wurde schnell fündig. In einer außerodentlichen Gneralversammlung am 20. Mai 2011 wurde den Schützen ein tragfähiges Konzept vorgestellt, das mit großer Mehrheit angenommen wurde. Ein Teil der Schützenhalle sollte in ein Vereinslokal umgebaut werden, denn "wir wollen unserem Ort eine Zukunft geben", so Schützenchef Rüdiger Henrichs.
 
  So begannen am 23. Juli die Arbeiten. Jeden Samstag waren zwischen 15 und 20 Schützen unentgeltlich im Einsatz, am Ende sogar auch mittwochabends. "Das, was wir selbst machen konnten, wurde gemacht", so Rüdiger Henrichs, der stolze 2.500 Stunden Eigenleistungen der Schützen registrierte. Umgebaut wurde der gesamte vordere Bereich der Halle.

So wurde der Halleneingang einschließlich der Eingangstür komplett erneuert, eine Herrentoilette und eine Behindertentoilette kamen neu hinzu, die Elektrik neu erstellt sowie Stürze und Türen eingebaut. Aus einem wenig attraktiven Speiseraum, einer alten Küche und Nebenräumen entstand in sechs Monaten ein tolles Vereinsheim, das weiter den einladenden Namen "Kumm Rin" tragen wird.  

Zukunftsweisend für alle Bewohner

Das aufgenommene Darlehen von 40.000 Euro wird durch die Pacht zurückgeführt.

Auf Neujahr war das halbe Dorf präsent, um das neue "Dorfzentrum" gebührend einzuweihen, denn wie sagte Peter Heinemann: ,,Diese Kneipe ist zukunftsweisend für alle hier im Ort. Sie ist nicht nur für Einzelpersonen gedacht, sondern soll auch Gruppen und Vereine anziehen. Gerade in der heutigen Zeit sind diese Stätten wichtiger denn je."